Ems-Überführung der AIDAnova

Zum Wochenbeginn (09./10.10.2018) hieß es am Montag in Papenburg um 19:00 Uhr wieder „Leinen los“ für das neue Kreuzfahrtschiff AIDAnova. Am vorherigen Sonntag musste die Meyer Werft die Abfahrt um eine Tide nach hinten verschieben, da der Wasserstand der Ems sonst zu niedrig gewesen wäre. Die AIDAnova ist das bisher größte in Deutschland produzierte Kreuzfahrtschiff. Innovativ ist diesmal das Antriebskonzept, was bisher bei keinem anderen Kreuzfahrtschiff verbaut wurde.

So kann das Schiff vollständig mit Flüssigerdgas (LNG) betrieben werden, wodurch die AIDAnova im Vergleich zu konventionellen dieselelektrischen Antrieben deutlich verbesserte Emissionswerte haben soll. AIDA schreibt dazu folgendes:

Die Motoren werden mit LNG versorgt, dem saubersten fossilen Brennstoff der Welt. Das Erdgas wird in drei Tanks bei -162 °C gelagert. Vor der Verflüssigung wird es in mehreren Stufen gesäubert. Dadurch verringern wir die Emission von CO2 um 20 Prozent, Stickoxide um 80 Prozent und den Ausstoß von Rußpartikeln und Schwefeloxiden sogar um 100 Prozent. (https://aida.de/kreuzfahrt/schiffe/aidanova/umwelt | Abrufdatum: 10.10.2018)

Während der Überführung waren die schwarzen Abgaswolken über dem Schornstein deutlich sichtbar. Der NDR hat die Emissionen der AIDAnova in einem interessanten Beitrag differenziert zusammengefasst. Der Strategiewechsel von AIDA ist zwar lobenswert, jedoch entsprechen aktuelle AIDA-Slogans wie „GREEN CRUISING“ und „100 PROZENT LNG“ (noch) nicht der Realität.

Mit einer Vermessung von etwa 184000 BRZ verdrängt die AIDAnova die Quantum of the Seas (ca. 168000 BRZ) vom ersten Platz in der Liste der größten Kreuzfahrtschiffe aus Deutschland. Mit einer Länge von 337 Metern und einer Breite von 42 Metern bietet die AIDAnova 2626 Passagierkabinen und 20 Decks. Die AIDAnova ist damit das erste Schiff der neuen Helios-Klasse der Carnival Corporation.

Neben den üblichen Beschäftigungsmöglichkeiten auf einem Kreuzfahrtschiff bietet AIDA Cruises auf der AIDAnova eine fast durchgehend geöffnete Street Food Meile an. Mit neuen Einzelkabinen werden erstmals auch Alleinreisende angesprochen.

Die Überführung verlief annähernd planmäßig, sodass nach dem Start am Montag um 19:00 Uhr das Emssperrwerk in Gandersum um etwa 13:00 Uhr am Dienstag durchfahren wurde. Nach letzten Fertigstellungen in Eemshaven und Tests auf der Nordsee, die etwa einen Monat in Anspruch nehmen werden, soll die erste reguläre Fahrt mit Passagieren bereits Ende November erfolgen.