Ems-Überführung der Norwegian Joy

Die Norwegian Joy ist das neuste Kreuzfahrtschiff der Papenburger Meyer Werft, das für die Norwegian Cruise Line (NCL) hergestellt wurde. Das Schiff wurde von Sonntag auf Montag erfolgreich nach Eemshaven überführt.
Das Kreuzfahrtschiff ist das größte bisher in Deutschland produzierte Schiff und gehört zur Breakaway-Plus-Klasse. Es ist ein Schwesterschiff der Norwegian Escape.

Fast planmäßige Überführung
Der Überführungstermin war diesmal für die Zuschauer etwas unvorteilhaft. Die Überführung startete am Sonntag Abend mit leichter Verspätung gegen 21:30 Uhr in Papenburg. Ab der zerstörten Friesenbrücke in Weener kam dann noch dichter Nebel dazu. Erst am Montag Vormittag war der Nebel wieder verschwunden. So konnte man bei strahlendem Sonnenschein ab der Warteposition vor dem Emssperrwerk den ersten Blick auf das Kreuzfahrtschiff bei Tageslicht werfen. Fast pünktlich wurde das Emssperrwerk um 12:30 Uhr passiert. Am Montagabend erreichte die Norwegian Joy dann das vorläufige Ziel Eemshaven.
Einen Tag vor der Überführung wurde das Emssperrwerk in Gandersum geschlossen, um die Ems aufzustauen. Als die Tore dann kurz vor der Passage des Emssperrwerkes geöffnet wurden, gab es in Richtung Dollart starke Schlickwasser-Verwirbelungen.

Bisher etwas vom Pech verfolgt
Leider gab es bereits vor der Ems-Überführung ein paar Pannen auf der Norwegian Joy. So gab es September/Oktober 2016 kurze Zeit aufeinanderfolgend zwei Brände an Bord, während sich das Schiff noch im Dock befand. Die Feuerwehren konnten die Brände relativ schnell unter Kontrolle bringen und glücklicherweise wurden auch keine Menschen verletzt.
Mitte März 2017 kamen dann erneut Meldungen, dass es auf dem Schiff gebrannt haben könnte. Zu diesem Zeitpunkt war das Schiff bereits ausgedockt. Schnell wurde jedoch klar, dass die scheinbaren dunklen Brandspuren an der Bordwand nicht durch ein Feuer verursacht wurden, sondern durch Schlickwasser, welches vom obersten Deck zurück in den Werfthafen gepumpt wurde. Durch starken Gegenwind zum Wasserstrahl sprühte das Schlick-Wassser-Gemisch an die Bordwand. Nach einer Reinigung waren die schwarzen Flecken aber schnell wieder beseitigt.
Neben der ungewöhnlichen Terminwahl für die Überführung, die natürlich durch die Wind- und Wetterlage beeinflusst wurde, kann man schon sagen, dass die Norwegian Joy bisher etwas vom Pech verfolgt war.

Eines der größten Schiffe, die in Deutschland hergestellt wurden
Die Größe des neuen Kreuzfahrtschiffes ist mit einer BRZ (Bruttoraumzahl) von 168.750 angegeben. Damit ist die Norwegian Joy das größte Kreuzfahrtschiff, das bisher in Deutschland produziert wurde. Diese Aussage relativiert sich jedoch dadurch, dass das zweitgrößte Schiff aus Deutschland, die Quantum of the Seas, die BRZ der Norwegian Joy nur um den Wert 150 unterschreitet.
Die Norwegian Joy bietet mit einer Länge von 333,4 Metern und einer Breite von 41,4 Metern für bis zu 3883 Passagiere (zweier Belegung) Platz, die sich auf 1.925 Passagierkabinen verteilen können. Eine Maschinenleistung von 76.800 kW sorgt dafür, dass das Kreuzfahrtschiff auf bis zu 23 kn (≈ 43 km/h) beschleunigt werden kann.

Für chinesischen Kreuzfahrtmarkt konzipiert
Anfänglich sollte das Schiff eigentlich Norwegian Bliss genannt werden. NCL entschied sich zwischenzeitlich dafür, dass Schiff auf den asiatischen Markt auszurichten und änderte folglich auch den Namen.
Die Norwegian Joy soll den Passagieren ab dem Sommer 2017 Luxus und Vielfalt der Extraklasse bieten. Highlights sind dabei:
– die erste zweistöckige Rennbahn auf einem Schiff
– ein Galaxy-Pavillon, in dem man in verschiedenste virtuelle Welten eintauchen kann
– ein kleiner Park für ruhige Momente
– Luxus-Geschäfte mit internationalen Marken
Exklusivität lässt sich z.B. durch einen persönlichen Butler und private Speiseräume/Aufenthaltsräume buchen. Alle diese Angebote sind auf chinesische Kunden zugeschnitten. Deshalb ist die vorwiegende Servicesprache auch Mandarin. Die Gestaltung des Schiffsrumpfes erfolgte durch den chinesische Künstler Tan Ping.

Geplante Übergabe Ende April
In Eemshaven wird das Schiff nun noch einige Tage festmachen. Nach nautischen Erprobungsfahrten auf der Nordsee soll dass Schiff voraussichtlich am 27. April an NCL übergeben werden und dann nach Asien überführt werden. Die zukünftigen Heimathäfen werden Shanghai und Tianjin (Peking) sein.