Ems-Überführung der Genting Dream

Die Genting Dream ist ein Kreuzfahrtschiff der asiatischen Reederei Dream Cruises und wurde vom 18.09 auf den 19.09 erfolgreich Richtung Eemshaven überführt. Ab dem Herbst soll die Genting Dream dann Häfen in Asien ansteuern und den Fahrgästen eine luxuriöse Kreuzfahrt bieten. Obwohl das Schiff etwas kleiner als die vorherigen Ablieferungen der Meyer-Werft ist, war die Überführung vor allem bei Anbruch der Dunkelheit ein besonderes Erlebnis.

Ein Schiff der Luxus-Klasse
Auch wenn die Meyer-Werft schon größere Kreuzfahrtschiffe gebaut hat, hat die Genting Dream nicht weniger zu bieten und soll laut Dream Cruises das erste Luxus-Schiff einer asiatischen Kreuzfahrtlinie sein.
So soll z.B. der Spitzenkoch Mark Best aus Australien in einem der 35 Restaurants und Bars den Gästen ein kulinarischen Erlebnis auf den Tisch zaubern. Durch die hohe Anzahl und Spezialisierung an Restaurants sollte es für jeden Geschmack die richtige Wahl geben. Eine Neuheit ist das „JOHNNIE WALKER HOUSE“ an Bord, das rund um das Thema Whisky gestaltet wurde.
Und natürlich gibt es auf der Genting Dream auch diverse Massage-Angebote, Spas, Duty-Free-Shops, Live-Shows (z.B. China’s Got Talent), zwei Tauchboote, einen Wasserrutschen-Park, eine Kletterwand, einen Hochseilgarten, Minigolf, Videospiele-Angebote, ein 3D-Kino und eine 610 Meter rundum Promenade. Dazu kommen dann noch Workshops, Gastredner zu bestimmten Themengebieten und Lifestyle-Experten, die laut Dream Cruises den Horizont erweitern können.
Über 70% der Kabinen bieten einen eigenen Balkon und es gibt über 100 Zimmer, die per Verbindungstür für Großfamilien etc. geeignet sind. Die „Dream Mansion“ bieten den Gästen Luxux der Superlative. So erstreckt sich diese Unterbringung über zwei Etagen und soll einen europäischen Butler-Service mit einigen Privilegien bieten.
Die Genting Dream hat mit einer Länge von 335,35 Metern und einer Breite von 39,7 Metern für bis zu 3360 Passagiere Platz, die sich auf 1680 Passagierkabinen verteilen können. Auf dem Schiff werden etwa 2000 Crew-Mitglieder arbeiten. Es gibt insgesamt 19 Decks. Eine Maschinenleistung von 76.800 kW sorgt dafür, dass das Kreuzfahrtschiff auf bis zu 23,4 kn (≈ 43 km/h) beschleunigt werden kann. Die Größe ist mit 150000 BRZ angegeben. Zum Vergleich: das aktuell größte Kreuzfahrtschiff (Harmony of the Seas) hat eine Größe von 227700 BRZ.
Das Rumpfkunstwerk ist durch den chinesischen Pop-Künstler Jacky Tsai inspiriert und soll eine Liebesgeschichte zwischen einer Meerjungfrau und einem Astronauten zeigen, die durch die Elemente getrennt sind.

Vorbereitungen
Um eine erfolgreiche Schiffsüberführung dieser Schiffsgröße zu gewährleisten, musste das Emssperrwerk in Gandersum am 17.09 um ca. 13:30 Uhr bei Hochwasser geschlossen werden. Anschließend mussten dann noch die sechs Pumpen (Pumpleistung: 100 m3/s) im Sperrwerk aktiviert werden, damit der wetterbedingte relativ niedrige Wasserstand nochmals um ca. 1 Meter erhöht werden konnte. Vor, während und nach der Stauzeit kümmert sich der NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) unter anderem um die Aufzeichnung der Gewässergüte, die Koordination zur Erreichung des notwendigen Wasserstandes und damit verbunden die Einhaltung des Zeitplanes. Die Ems-Aufstauung erfolgte von Gandersum bis zur Schleuse bei Hebrum.
Trotz dieser Maßnahmen musste gleichzeitig ein Teil der Hegemann-Flotte den Emsboden noch glätten bzw. für die Überführung vorbereiten. Sogar im Bereich des Emssperrwerkes war ein Saugbagger aktiv.

Überführung verlief planmäßig und ohne größere Probleme
Die Überführung der Genting Dream startete Sonntag pünktlich gegen 14:00 Uhr in Papenburg. Anschließend war die Geschwindigkeit der Kolonne jedoch relativ niedrig, da die Ems in diesem Bereich sehr schmal ist. Trotzdem konnte das Schiff vorzeitig etwa gegen 19:00 Uhr die Friesenbrücke in Weener passieren. In Leer wurde der Zeitplan dann wieder eingehalten und die Passage der Jann-Berghaus-Brücke erfolgte gegen 22:00 Uhr. Nach einer kurzen Wartezeit vor dem Emssperrwerk erfolgte dann die letzte kritische Passage plangemäß um 03:00 Uhr am Montag. Das vorübergehende Zwischenziel in Eemshaven wurde um 09:00 Uhr erreicht.
Kleinere Probleme gab es jedoch durch die große Besucherzahl entlang der Deiche. Neben vielen Falschparkern musste die Polizei zudem teilweise die Verkehrsleitung übernehmen, da ansonsten einige Strecken stark verstopft wären.

Kontroverse um Aufstauung
Neben der bekannten Diskussion darüber, dass die Überführungen, die Baggerarbeiten und die Aufstauungen zu einer schlechten Wasserqualität der Ems führen, gab es diesmal zusätzlich eine Kontroverse um den Zeitpunkt der Überführung. So ist die Bürgerinitiative „Rettet die Ems“ der Ansicht, dass eine Aufstauung und die Baggerarbeiten in der erlaubten Winterphase auch nur bei winterlichen Temperaturen erfolgen darf, da sonst die Sauerstoffarmut zu groß werden könnte.
Der NLWKN sieht dies nicht so und schreibt dazu auf der Online-Präsenz: „Begleitende Untersuchungen zu den bisherigen Staufällen haben gezeigt, dass sich die Sauerstoffsituation durch das Aufstauen der Ems nicht verschlechtert.“
Man ist sich jedoch einig, dass die Sauerstoffkonzentrationen zum Zeitpunkt der Überführung relativ niedrig waren.

Reisen im asiatischen Raum
Nach der finalen Übergabe des Schiffes noch im Herbst 2016 wird der Heimathafen in der chinesischen Stadt Guangzhou (Nansha) und Hong Kong sein, von wo das Schiff wahrscheinlich im November die erste Reise beginnen wird. Ab 2017 sollen dann wöchentliche Reisen in Richtung Japan nach Okinawa und Miyakojima erfolgen.