Schwere Ems-Sturmflut durch Winterstürme Elon und Felix

Bereits zum Jahresstart 2015 gab es in Deutschland zwei Orkantiefs. Nachdem das Orkantief Elon am Freitag wütete, folgte am heutigen Samstag das Orkantief Felix. Diese beiden Stürme brachten mehrere schwere Sturmfluten an der Nordseeküste und damit auch an der Ems in Ostfriesland. Hierbei erreichten die Sturmfluten am Wochenende Werte von ca. 2 Meter über dem mittleren Hochwasser. Diese Wasserstände führten zum Ausfall der Emsfähre zwischen Petkum und Ditzum und zu vielen Überflutungen der Deichvorländer und Parkflächen in den anliegenden Häfen der Ems.

In Dyksterhusen bei der Bohrinsel (diente 1964 für Probebohrungen nach Erdgas) war die Zufahrt komplett überflutet, wodurch die Bohrinsel abgeschnitten war. Da sich von dort eine freie Sicht über den Dollart bietet, waren die Böen in diesem Bereich deutlich stärker als z.B. in den Häfen in Ditzum und Jemgum. Man konnte sich dort fast gegen den Wind lehnen.

Auch ein Teil der Parkflächen im Jemgumer Hafen und die Zufahrt zur Gaststätte „Luv up“ waren durch das Hochwasser leicht überflutet. Das Sturmfluttor war im Jemgumer Hafen geöffnet.

Im Hafen von Ditzum lag zwar die Emsfähre, allerdings war durch die Überflutung vom „Außenanleger Ditzum“ der Betrieb eingestellt worden. Das Große Hafentor war hingegen nicht geschlossen. In Ditzum gab es zur Mittagsflut viele Besucher, die sich dieses Naturereignis angeschaut haben. Einige mutige Besucher parkten Ihre Autos sogar fast in den Fluten.

Mutige Flutparker in Ditzum
Mutige Flutparker in Ditzum

Im Bereich der Jann-Berghaus-Brücke war das komplette Deichvorland überflutet. Zudem war das Sturmfluttor in Leerort geschlossen.

Das Ledasperrwerk war ebenfalls vollständig geschlossen, wodurch die Leda und die Jümme vor dem Hochwasser geschützt wurden. Beim Ledasperrwerk konnte man deutlich die unterschiedlichen Wasserstände zwischen Leda/Ems und der Leda/Jümme erkennen (siehe obiges Video bei 4:20).

Trotz Überlegungen, ob das Emssperrwerk in Gandersum geschlossen werden sollte, blieben die Tore zur Mittagsflut am Samstag geöffnet. In der Nacht zum Sonntag wurden jedoch höhere Wasserstände vermutet, sodass die Tore des Emssperrwerkes geschlossen wurden.

Die Windstärke lag ca. 10 km nördlich von Norderney bei ca. 8 Bft. In der Nacht zum Sonntag waren die Wasserstände in Emden um 2,47 Meter und beim Emssperrwerk um 2,66 Meter über dem durchschnittlichen Hochwasser (NLWKN).

Aktualisierung zur Sturmflut am 11.01.2015 um ca. 16:00 Uhr

Am Nachmittag des Sonntages gab es eine weitere schwere Sturmflut. Das folgende Video zeigt die Sturmflut beim Siel- und Schöpfwerk Sautel, beim Schöpfwerk Terborg und beim Emssperrwerk. Zusätzlich sieht man im Video einen „Ebbe/Sturmflut-Vergleich“ vom Siel- und Schöpfwerk Sautel (Videovergleich bei 1:08) und vom Schöpfwerk Terborg (Bildvergleich bei 0:07).

Beim Schöpfwerk Sautel waren die gesamten Parkflächen am Hafen überflutet und die Schafe mussten sich zum Fressen fast bis zum Deich zurückziehen um nicht im Wasser zu stehen.
Auch der Fischkutter DIANA beim Terborger Schöpfwerk war fast vollständig vom angeschwemmten Schilfrohr umkreist. Hierbei war der Schilfrohrteppich, der sich mit einer leichten Wellenform bewegte, ein besonderes Naturspektakel, was es hier nicht so oft zu sehen gibt.